Berlinwahl-Ticker: Pferdekutschen

Julia Maier bleibt dran. Die 29-jährige Hotelfachfrau hat ein Ziel: sie möchte die Tierquälerei durch Pferdekutschen in Berlin beenden. 75.000 Menschen konnte Julia schon für die Berliner Pferde mobilisieren - jetzt macht sie ihr Anliegen zum Wahlkampfthema im Berliner Abgeordnetenhaus.

In Kooperation mit dem Umfrage-Institut Civey wollen wir herausfinden, wie Sie, die Wählerinnen und Wähler, über ein Verbot von Pferdekutschen denken. Stimmen Sie ab und registrieren Sie sich, damit Ihre Stimme gezählt werden kann.*

Wir dürfen eine “Tradition” nicht hinnehmen, die sich durch Tierqual finanziert!

Julia Maier hat Ende April eine Change.org-Kampagne gestartet, die ein endgültiges Pferdekutschenverbot in Berlin fordert: „Als ehemalige Reiterin sehe ich es als meine Pflicht, mich für diese höchst sensiblen Tiere ganz besonders einzusetzen.”

Sie löste damit eine Berlin-weite Debatte aus. Der Tagesspiegel kommentierte jüngst: „Seit Ende April gibt es nun [...] eine Onlinepetition gegen die Berliner City-Kutschen, unterschrieben von mehr als 72 000 Menschen. Ein Glück, denn von alleine kommt darauf in der Berliner Verwaltung offenbar niemand.”

Die Petition fordert die Abschaffung der Praxis von allen Bürgermeisterkandidaten der Berliner Abgeordnetenhauswahlen. Von den Spitzenkandidat/innen äußerte sich nun als erstes Klaus Lederer, Vorsitzender der LINKE.Berlin: „[...] 
hinsichtlich der Genehmigung von Pferdekutschen in der Berliner Innenstadt vertreten wir die Auffassung, dass eine tierschutzgerechte Ausübung dieses Gewerbes im innerstädtischen Bereich nicht realisierbar ist, da die Tiere überwiegend auf Asphalt laufen und stehen und es keine angemessene Unterbringung zu den Pausenzeiten erfolgen kann. Die Tiere sind zudem viel Stress durch Lärm und Menschenmassen ausgesetzt." Lesen Sie die ganze Antwort hier.

Für ihren Aufruf argumentiert die Pferdekennerin mit der hohen Verletzungsgefahr für Mensch und Tier. In der Vergangenheit sei es unter den Pferden sogar zu Todesfällen gekommen. In Berlin könne jeder Zeuge werden von der „unsagbaren, stillen Qual, die diese Tiere für Berlins Touristen erleiden müssen".

In den vergangenen Monaten hatten diverse politische Entscheidungsträger Berlins ihre Zuständigkeit bestritten und einander die Verantwortung zugespielt, u.a. Andreas Geisel, Berliner Senator für Verkehr und Bauen sowie Berlin-Mittes Bezirksstadtrat Carsten Spallek.

Auch an den Petitionsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hatte sich Julia parallel gewandt. Eine Antwort steht nach mehreren Monaten noch immer aus.

Einladung zum Wahldialog

Bis zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September möchte Julia daher konkrete Stellungnahmen von allen Spitzenkandidat*innen für das Bürgermeisteramt erhalten.

Sie haben Fragen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2016 auf Change.org: Schreiben Sie eine E-Mail an jgusko [ät] change [Punkt] org.

PS: Sie können jede Change.org-Petition nun auch online einbetten. Mehr Informationen finden Sie unter www.change.org/einbetten.

Abstimmen kann bei der Umfrage jeder. Doch für die repräsentative Berechnung ist es wichtig, dass Sie sich anmelden. Dazu erfasst Civey Geburtsjahr, Geschlecht, Nationalität und Postleitzahl. Direkt nach der Anmeldung können Sie dann sehen, wie die Wählerinnen und Wähler über ein Verbot von Pferdekutschen denken. Sind sie dafür oder dagegen? Und wie zuverlässig bzw. repräsentativ ist dieses Ergebnis? Weitere Infos und Antworten auf https://civey.com.

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